Tag 06 - WoMo 01     315 km     Donnerstag, 21. März 2013


Middlebury - Illini State Park

Middlebury - South Bend – Chesterton – Matteson – Joliet – Morris – Marseilles - Illini State Park

WoMo-Übernahme, Mietwagen zurückgeben, Einkaufen und endlich WoMo-Leben

Dream Weavers, Aufbruch im Schnee
Dream Weavers, Aufbruch im Schnee

Wie sieht das draußen aus? Alles weiß. Schnee soweit das Auge reicht. Auch auf der Straße vor dem Haus. Trotzdem ist die Freude groß, denn heute beginnt der WoMo-Teil der Reise. Endlich.

 

Um halb acht bekommen wir von Jeanne ein wunderbares Frühstück serviert. Wir haben vorher schon alles gepackt. Schon vor knapp zwei Wochen haben wir telefonisch mit Roadbear vereinbart, dass dem in unseren Unterlagen für Selbstabholer genannten Termin um 08:30 Uhr nichts entgegensteht.

 

Aufbruch und Abschied von Jeanne und ihrem Mann um 08:15 Uhr. Es liegt nicht nur Schnee, es ist auch wieder ziemlich kalt. Und die Welt sieht heute anders aus als gestern.

 


Wir haben es nicht weit, und deutlich vor halb neun sind wir bei Roadbear, bzw. bei der Roadbear-Ausgabestation im Komplex von Coachmen. Das Gelände ist leicht zu finden, liegt es doch direkt an der Hauptstraße, und die riesigen Roadbear-Plakate sind nicht zu übersehen.

Roadbears Übernahmestation bei Coachmen in Middlebury
Roadbears Übernahmestation bei Coachmen in Middlebury

Heute Morgen sind bei dieser eisigen Kälte die Türen vieler RVs geöffnet. Mitarbeiter gehen ein und aus und bestücken die Wagen mit allem möglichen Zubehör. Wir werden gebeten, etwas zu warten, da eine weitere deutsche Familie zur Übernahme im Anmarsch sei.

 

Das gibt Gelegenheit, schon mal herauszufinden, was für ein Auto wir denn nun bekommen. Ein Mitarbeiter sagt, für uns sei ein 26 Füßler vorgesehen. Der andere führt uns zu „unserem“ 23-Füßler. Aufklärung erhalten wir dahingehend, dass beides das gleiche Auto sei. Einer misst nur den Aufbau, der andere misst über die ganze Fahrzeuglänge. Beides sei richtig. Für uns könnten auch die 23 Fuß in solchen Fällen relevant sein, wenn irgendwo die Rede von einer Längenbeschränkung für Trailer sei. Dann zähle nur der Aufbau, die 23 Fuß. Gut zu wissen.

 

Unser Auto wird also der 26-Fuß-RV, der gleiche, den wir letztes Jahr für den zweiten Teil unseres Doppel-Winter-Specials zwischen Las Vegas und Denver hatten. Ob wir vielleicht nicht doch eine Nummer größer bekommen könnten? Umgekehrt fragt die andere deutsche Familie, die einen 19-Füßler bestellt und eine Nummer größer als wir übergeben bekommt, ob sie nicht doch verkleinern könnten. Die Klärung mit den vorgesehenen Abgabestationen und der Weitervermietung sei ziemlich zeitaufwendig. Wir lassen es dabei. Wobei wir die vierköpfige Familie als „Ersttäter“ ermutigen, lieber bei dem Schlachtschiff zu bleiben, denn der gebuchte 19 Füßler ist für vier Personen vielleicht doch etwas unbequem. Was sie bestätigen, nachdem sie einen Blick in ein solches Modell geworfen haben.

Viele neue Wohnmobile
Viele neue Wohnmobile

Nächste Frage: die Kälte. Das Fahrzeug ist natürlich winterized, alle Tanks sind leer, die Leitungen sind frostgeschützt. Stimmt es, dass man die Toilette benutzen kann, wenn man mit Frostschutzmittel, z.B. für Scheibenwischwasser, spült? Dies wird bejaht, und wir bekommen gleich noch einen Hinweis, dass das Zeugs gallonenweise von Tankstellen verkauft wird. Gut. Damit sind wir wenigstens nicht an öffentliche oder Campground-Toiletten gebunden. Ist uns doch schon sehr viel wert.

 

Inzwischen trudeln auch noch holländische Familien ein, und endlich werden die Fahrzeuge erläutert. Insgesamt vergehen so doch zwei Stunden von unserer Ankunft bis zur Schlüsselübergabe.

 

Wie ist das eigentlich mit dem Nummernschild? Es gibt ja keines, sondern nur so einen Aufklebezettel. Man sagt, dies sei kein Problem. Wir haben im Auto alle erforderlichen Unterlagen und an der Windschutzscheibe zusätzlich noch ein Temporary-Schildchen.


Wir fahren den Wagen etwas zur Seite, um unser Gepäck aus dem PKW schon mal vollständig in den RV umzuladen und ein klein wenig aus- und einzupacken. Die vielen Einkaufstüten von gestern lassen sich lose im RV nicht ganz so gut transportieren. Da kommt auch schon der große Bus mit den Überführern, die den Bustransfer von den Chicago-Airport-Hotels gebucht haben. Wie lange mag sich das wohl für diese Leute hinziehen, wenn die Übergaben bei uns schon 2 Stunden gedauert hat? Wir sind froh über den von uns gewählten Weg, auch über die Übernachtung quasi vor der Tür von Coachmen.

 

Abfahrt 10:40 Uhr. Gerlinde verfolgt Hans mit dem RV, der mit Navi im Mietwagen vorausfährt. 65 km sind es bis zum Flughafen von South Bend. Dort wird der Ford aufgetankt und zurückgeben. Auch Frostschutzmittel gibt es hier. Die 20 ist weitgehend schneefrei, aber auf dem Weg zwischen Autobahn und Tankstelle gibt es immer wieder unsichere Abschnitte.

PKW-Rückgabe um 11:45 Uhr, sehr zügig. Es ist möglich, mit dem RV einfach am Straßenrand zu warten. Das Navi wird im RV montiert und weiter geht es - soll es gehen - Richtung Westen. Leider weiß das Navi nicht, dass Straßen gesperrt sind, auf die es uns lotsen will, so braucht es eine Weile und eine Runde durch ein sehr enges Wohngebiet, bis wir eine wirkliche Einfahrt auf die Interstate gefunden haben. Ja, diese erste Strecke möglichst raus aus dem Schnee und möglichst ein Stück weg wird auf der Interstate gefahren, ganz gegen unsere Prinzipien.

 

Das Wetter bessert sich zusehends. Kein Schnee mehr, blauer Himmel je weiter wir nach Westen kommen. Die Stunde Zeitverschiebung kommt uns jetzt zugute.

Noch fehlen uns die frischen Lebensmittel, die wir beim Einkauf gestern im PKW über Nacht vermutlich tiefgekühlt hätten. Bei Matteson südlich von Chicago steuern wir einen zuvor programmierten Safeway an, den es aber anscheinend hier nicht mehr gibt. Dafür finden wir einen Target, wo wir unseren Einkauf erledigen.

Marseilles
Marseilles

Um vier Uhr erreichen wir Marseilles. Das Wetter könnte nicht besser sein.

 

Hier haben wir bei unserer Planung den Illini State Park mit Plätzen mit Blick auf den Fluss gefunden. Unsere Hoffnung bestätigt sich. Es ist ein wunderschöner Platz direkt am Illinois River.

 

Wir sind die einzigen Gäste. Der Strom ist glücklicherweise eingeschaltet, aber die Sanitäranlagen sind abgeschlossen. Also keine Dusche. Für die Toilettennutzung im winterized Wohnmobil haben wir ja glücklicherweise vorgesorgt. Das fertig angesetzte Frostschutzmittel wird noch einmal verdünnt und zum Spülen verwendet.

Campground im Illini State Park
Campground im Illini State Park

Ein Spaziergang bei wunderbarem Abendsonnenschein über den Campingplatz – nicht zuletzt zum Einchecken - muss sein.


Danach noch die Koffer aus- und wieder einpacken, denn es gibt vieles in den Kits, was uns sonst nur Platz im Schrank wegnähme.

 

Da keiner von uns gerne spült, haben wir uns auf diesen Reisen auf Wegwerf-Plastikgeschirr geeinigt. Nur zwei Gläser für einen guten Wein und eine Kaffeetasse für Hans bleiben draußen. Und das Besteck natürlich. Demzufolge gibt es in den Ausstattunskits viel zu viel Geschirr für unseren Bedarf, das während der Reise in den leeren Koffern im Keller transportiert wird. Genau wie die Kaffeemaschine und die riesigen Schüsseln und Töpfe, die wir einfach nicht brauchen. So ist es aus dem Weg.

 

Und solange wir noch mit viel Gepäck reisen dürfen, haben wir den Starbucks-Kaffeebecher, die Teflonpfanne und bei Reisen mit Moturis den Wasserkessel im Koffer. Statt die Kaffeemaschine zu nutzen und auf Strom angewiesen zu sein, gibt es unterwegs Schnellkaffee. Wasserkessel und Gas steht immer zur Verfügung.

  Mietwagen        
    gefahren heute      H 66 km 66 km  
    gefahren gesamt      H  586 km 586 km  
  WoMo          
    gefahren heute G 215 km  H  100 km 315 km  
    gefahren gesamt  G  215 km  H 100 km 315 km  
  Übernachtung          
   Illini State Park, Great Falls CG, Site 10, Marseilles, IL     18 $