Tag 31 - WoMo 26     224 km     Montag, 15. April 2013


Lajitas - Davis Mountains State Park

Lajitas - Presidio - Marfa - Fort Davis - Davis Mountains State Park

Hans ist früh auf. Er will noch bei Morgenlicht fahren. Gerlinde schafft es mal wieder nicht, so zackig fertig zu werden. Mit Citywater wird ausführlich geduscht. Und bevor wir das hervorragend funktionierende WiFi aufgeben, muss natürlich nochmal alles gecheckt werden. Neuigkeiten von daheim. Nein. Keine Zeit, sich darüber auszutauschen. Hans muss los. Abbruch. Aufbruch. Es ist halb zehn.

 

Dafür muss er die schöne Strecke fahren, El Camino del Rio, von Lajitas nach Presidio. Kann Gerlinde wenigstens gucken. Noch kurz zum Resort Bäckerladen ein paar Stückchen für's Frühstück gekauft und los geht es.

El Camino del Rio, die Farm Road 170
El Camino del Rio, die Farm Road 170

Contrabando Movie Set

Erster Stop: Contrabando Movie Set. Ein paar Pappmaschee-Häuser, teilweise noch sehr gut erhalten von irgendwelchen Filmsets von Filmen, die wir leider nicht kennen. … Laredo… Aber die ganze Szenerie erinnert einen schon an Westernbilder, die man halt so kennt. Direkt am Ufer des Rio Grande.


Contrabando Movie Set
Contrabando Movie Set
Contrabando Movie Set
Contrabando Movie Set

Die Zufahrten zu den gestern im Visitor Center angesprochenen Campingplätzen fahren wir gar nicht. Das sieht so verdammt holperig, eng und nicht sehr einladend aus. Nein. Mutterseelenallein hier am Ufer des Rio Grande Rinnsals würden wir auch nicht unbedingt über Nacht stehen wollen.

El Camino del Rio

Weiter geht es auf schöner, ziemlich abwechslungsreicher Straße. Der Straßenverlauf der Farm Road 170 hier am äußersten Rand des Big Bend Ranch State Park ist ein Wunder an sich. Rauf, runter, steil, eben, kurvig - unbeschreiblich. Eine tolle Straße mit enorm viel Abwechslung. Wird aufgenommen in unsere (noch zu erstellende) Straßen-Highlightliste!

El Camino del Rio
El Camino del Rio
El Camino del Rio
El Camino del Rio

Closed Canyon


Am Closed Canyon Trailhead parken wir und machen uns auf den Weg zu der engen Schlucht. Die Border Patrol hält neben uns und fragt, ob alles in Ordnung sei. Ja, ja, wir wollen nur ein wenig im Canyon wandern. Ok.

Closed Canyon
Closed Canyon

Eng und faszinierend, hier durch zu laufen. Aber: inzwischen zieht es sich etwas zu und Gerlinde ist gar nicht wohl, immer tiefer in den engen Canyon hinein zu laufen. Besser einer entgeht der Flashflood als keiner. Gerlinde dreht um.

Hans geht weiter bis zu einem Wasserloch, das er nicht durchqueren kann oder möchte.

Closed Canyon
Closed Canyon

Gerlinde widmet sich auf dem Rückweg zum Auto den hier unglaublich vor Blütenkraft strotzenden Kakteen und fotografiert, was das Zeug hält. So etwas haben wir noch nie gesehen. Dafür gibt es einen eigene kleine Galerie unten auf dieser Seite.

Big Bend Ranch State Park

Spaziergang Closed Canyon Trail

Aufzeichnung Wandernavi

15.04.13

Länge 2,2 km

Dauer 0:42 h

Beginn 11:33

Ende 12:15

50 Höhenmeter


Zurück am RV lohnt der Vergleich. Die Temperatur während des kurzen Spaziergangs ist ganz schön gestiegen.

vorher
vorher
nachher
nachher

Hoodoos

Vom Hoodoos Trailhead Parkplatz aus kann man die Hoodoos sehen. Auch das gibt es hier.


El Camino del Rio
El Camino del Rio

Was gibt es denn hier eigentlich nicht, was es im Südwesten gibt? Den Trail zu laufen, haben wir nicht die Energie. Die Hitze ist schon wieder ziemlich groß, im Auto läuft der AC. Da ist es angenehmer.

 

Zu einer Pause verleitet uns die Hitze auch nicht mehr. Wir essen die Resort-Bäcker-Stückchen während der Fahrt.

Langsam weitet sich die Landschaft. Der Ort Redford kommt, und bald dann auch Presidio. Der Endpunkt des Ausflugs in den Süden, in den Big Bend. Jetzt geht es auf gut ausgebauter schnurgerader Straße nach Norden.

 

Und endlich sieht es so aus, wie wir dachten, dass es überall nördlich um die Big Bend Berge aussehen müsste: völlig vertrocknet, karg und die Straße schnurgerade mittendurch.

auf der US-67 in Richtung Marfa
auf der US-67 in Richtung Marfa

Kurz vor Marfa die Border Controll-Stelle. Wir hatten eigentlich schon vorher damit gerechnet. Supernette Behandlung. Der Officer wollte kurz unsere Pässe sehen und das war's auch schon. Eigentlich mögen wir ganz gerne, wenn sie mit den Hunden am Auto entlang gehen. Dann wissen wir auch für uns, dass wir keine ungebetenen Passagiere an oder unter Bord haben.

 

Schon bei der Einfahrt nach Marfa sieht man links die vielen Betonrahmen, die zu den Kunstprojekten der Chinati-Stiftung gehören.

The Chinati Foundation


Zu gerne hätte Gerlinde die Installationen in den ehemaligen Militärbaracken der Chinati Foundation gesehen, aber leider, leider ist dort Montag und Dienstag geschlossen. Wir fahren trotzdem zum Eingang.

Chinati Foundation
Chinati Foundation

Nichts zu machen. Tja, schade, wussten wir vorher. Aber es hätte ja sein können, dass wenigstens das große Hufeisen zu sehen ist. Aber leider ist das Tor geschlossen, und außer den Betonrahmen ist auch über den Zaun nichts zu erspähen. Sehr Schade.

 

Dafür entdecken wir hier dieses Prachtexemplar von Kaktus am Straßenrand mit Blüten in intensivstem Rot.


Streets&Trips hatte uns in Marfa als Lebensmittelmarkt den Pueblo-Market ausgespuckt, den wir jetzt anfahren. Überraschenderweise ist der Supermarkt gut sortiert, und wir können von Eier bis Grillfleisch, Salat und Melonen ergänzen, was uns ausgegangen ist.

 

Die Marfa Lights Viewing Platform sparen wir uns. Haben wir doch die Vermarktung der Ufos von Roswell noch zu gut in Erinnerung.

Marfa, Stadtzentrum
Marfa, Stadtzentrum

Endlich empfangen wir auch wieder den Wettersender im Radio, der die Windmeldungen aus dem Internet für die nächsten Tage bestätigt. Insbesondere eben wieder Mittwoch. Da haben wir ja eigentlich nur die 60 Meilen nach Balmorhea vor, hoffentlich geht die Strecke nicht durch die Mountains, wo es besonders schlimm wehen soll. Laut Internet sind damit aber die Guadalupe Mountains gemeint - wenn wir das richtig verstehen.

 

Die letzte Etappe des Tages führt weiter nach Norden, auf der 17. Na, wer sagt's denn. Immer noch ein Stück der "hier ist ja gar nichts"-Straße. Obwohl, langweilig wird es auch hier nicht.


auf der TX-17 zwischen Marfa und Fort Davis
auf der TX-17 zwischen Marfa und Fort Davis

Fort Davis ist das Ziel. Das scheint - neben dem Fort, dessen Besichtigung morgen auf dem Programm steht - ein nettes, gepflegtes Städtchen zu sein.

 

Schlagartig ändert sich nach dem Ort wieder die Landschaft. Die Straße taucht zwischen grün bewachsene Hügel ein und gewinnt leicht an Höhe. Kurz danach ist der State Park erreicht.

Davis Mountains State Park

Ankunft um viertel vor Fünf am Davis Mountains State Park. Am Eingang bekommen wir eine Liste mit den noch freien Plätzen. Wir sollen uns eine Site aussuchen und morgen früh einfach melden, wo wir bleiben wollen. Da könnten wir dann auch zahlen. Gut.

 

Bei Full Hook up drängt es sich mal wieder, bei Strom und Wasser gibt es noch viele freie Plätze. Wir haben uns schon fast für einen entschieden, bis uns auffällt, dass der zwar schön liegt, aber null Schatten hat. Weder für das Auto noch zum draußen sitzen. Also nehmen wir doch lieber den etwas schrägeren, aber der hat einen riesengroßen Baum obendrüber. Und bei der Hitze ist das sicher angenehmer. Die 47 wird es. Da gibt es auch einen wunderbaren freien Nachbarplatz für ein Sterneguckertreffen.

Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park

Hunger. Hans fängt schon an, den Grill mit Kohle zu füllen, da merken wir, dass doch immer wieder ziemlich heftige Windböen auftreten. Nein. Bei dem vielen völlig ausgetrockneten Gras ringsum ist das viel zu gefährlich. Die Steaks werden in der Pfanne gebraten, die Kartoffelbrei-Reste von vorgestern dazu aufgewärmt und als Schmankerl probieren wir eine Idaho-Kartoffel, selbst in Folie eingewickelt und 8 Minuten in der Mikrowelle gegart. Ein Genuss! Experiment gelungen.

 

Dann noch ein etwas ausgeweiteter Müll-Wegbring-Spaziergang über den Platz. Hier gibt es auch eine Vogelbeobachtungswand mit kleinen Gucklöchern und ...

 

... Erläuterungen, was man, wenn man Glück hat, durch die Löcher entdecken kann.

 

Die Vögel werden hier lediglich durch Futter angelockt. Es gibt keinen Käfig.


Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park

Wir freuen uns über dieses besondere Abendsonnenlicht.


Ein gemütlicher Restabend unter unserem Schattenbaum. Die untergehende Sonne läßt den Berg gegenüber in schönstem Licht erstrahlen. Wunderbar warmes Licht wird von dem vielen getrockneten Gras zurück gegeben.

Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park

Bilder noch auf den PC laden draußen, Tagebuch schreiben dann drinnen, die Luft wird kühl und die Stechmücken sollen sich andere Opfer suchen.

Leider ziehen einige Schleierwolken auf, der Himmel ist ziemlich bedeckt. Morgen bitte klare Sicht bei der Sternenparty!

Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park
  Temperatur     7:30 Uhr 12°C  
  WoMo          
    gefahren heute G 130 km H 93 km 224 km  
    gefahren gesamt G 2456 km H 1971 km 4427 km  
  zu Fuß unterwegs          
    Closed Canyon Trail         2,2 km  
  Übernachtung          
    Davis Mountains State Park, Site 47, Fort Davis, TX    32 $  

Closed Canyon - Blüten zwischen Parkplatz und Canyon