Tag 32 - WoMo 27     95 km     Dienstag, 16. April 2013


Davis Mountains State Park

Davis Mountains - McDonald Observatory - Fort Davis National Historic Site - McDonald Observatory - Davis Mountains

Bitte Einchecken!

Um 10 vor 9 klopft‘s ans Fenster. Wir seien ja noch nicht eingecheckt und müssten das bis 9 Uhr bitte erledigt haben, sagt uns ein netter älterer Herr in Uniform, der auf einem Wagen den Platz abfährt. Na, das wird hier aber sehr genau genommen. Hans hat Lust auf einen Morgenspaziergang und läuft gleich zum Büro am Eingang.

Indian Lodge des Civilian Conservation Corps

Wir trödeln dann noch ein wenig herum und starten erst gegen halb 11 Uhr. Zuerst innerhalb des State Parks zur Indian Lodge, eine in den Dreißiger Jahren vom CC Corps im Pueblo-Stil erbaute Lodge. Ein schönes weißes Gebäude. Der Versuch, hier irgendwo vor der Tür Internet zu bekommen, scheitert. WLan wird zwar angezeigt, aber empfangen können wir nichts. Authentizierungsfehler oder so - wird angezeigt.


Auf der Fahrt zum Parkausgang dann das! Schaukelnde Kinder auf der Straße!


McDonald Observatorium

Gerlinde möchte vor dem Besuch heute Abend das McDonald Observatorium und vor allem die Aussicht von dort auch bei Tag sehen. Also ist das McDonald Observatory das nächste Ziel. Die weißen Bauten mit den runden Kuppeldächern scheinen so nahe, grade auf dem nächsten Hügel, aber bis man oben ist, sind doch ca. 20 km zu fahren. Aber es lohnt sich. Zum einen ist es eine schöne, sanft ansteigende Strecke, zum anderen ist der Weitblick von oben umwerfend.

McDonald Observatorium
McDonald Observatorium

 

 

 

 

Gleich am Eingang des Visitor Centers bekommen wir mit, dass die Daytime-Tour gerade im Vortragssaal angefangen hat und wir dort gerne noch dazu stoßen können. Machen wir. Und die Klebebuttons für die Star Party am Abend kaufen wir auch gleich noch mit.


Es läuft zuerst ein sicher interessanter Vortrag über Sonnen und Sonnenflecken. Leider gelingt es uns nicht, den Singsang des Vortragenden zu verstehen. So wenig wie hier haben wir noch nie bei irgendeiner Führung verstanden. Und das lag nicht an Fachbegriffen, sondern an der uns völlig fremden Sprachmelodie. Sei's drum.

 

RVler (und wer sonst noch wissen wir nicht) haben Shuttle-Bus-Coupons mit der Eintrittskarte bekommen, alle anderen müssen ihr Privatauto nehmen,  um zu den auf zwei verschiedenen Hügeln liegenden Observatorien zu kommen.

McDonald Observatorium
McDonald Observatorium

Im ersten, das wohl schon tief aus dem letzten Jahrhundert stammt und heute „nur“ noch Platz 67 auf der Größen-Weltrangliste einnimmt, wird uns gezeigt, wie die ganze Maschinerie bewegt und ausgerichtet wird. Gewaltiges Gewicht bewegt sich mit kleinem Druck auf den Schalthebel.

McDonald Observatorium
McDonald Observatorium

Ins nächste, neuere dürfen wir nur durch die Glasscheibe einen Blick in den Innenraum werfen und erhalten Erläuterungen im Vortragsbereich des Vorraums - Bilder an der Wand von den Unis München und Göttingen, Flaggen vor der Tür von Niedersachsen und einmal blauweiße Karos.

 


 

Wirklich irgendwo live durchgucken und angucken, was sich grade so im Weltall abspielt war auch hier nicht möglich, aber das wird für die Starparty am Abend angekündigt.

 

McDonald Observatorium
McDonald Observatorium

Nach ca. 1,5 Stunden ist die Veranstaltung zu Ende, wir fahren wieder hinunter.

Fort Davis National Historic Site

Am Campground vorbei geht es zur Fort Davis National Historic Site. Hier ist die Fahne auf Halbmast. Was das wohl zu bedeuten hat?

 

Die Fort-Anlage erstreckt sich über eine riesige Fläche. Immer wieder gibt es kleine, hervorragend hergestellte Bereiche, in denen es aussieht, als seien die Nutzer grade mal rausgegangen. Möbliert, ausgestattet mit allem, was man so im Alltag vermutlich auch dort herumliegen hatte.

Fort Davis National Historic Site
Fort Davis National Historic Site

Wir schauen uns die Baracke der einfachen Soldaten an, wo Betten, Bettzeug, Kleider, Essgeschirr einfach alles da zu sein scheint - außer den Soldaten selbst.

Ähnlich toll ist eine Versorgungsstation bzw. Laden, ein Offiziershaus eines leitenden Offiziers und das eines untergeordneten. Wirklich beeindruckend, wie wohnlich und „normal“ mit Klavier, Sofa, Kamin, edlem Geschirr usw. hier residiert wurde.

Fort Davis National Historic Site
Fort Davis National Historic Site
Fort Davis National Historic Site
Fort Davis National Historic Site

Auch im Schlafzimmer. Wirklich alles da. Für ihn. Für sie.

Fort Davis National Historic Site
Fort Davis National Historic Site

Patties irgendwas und Hacksteak in Fort Davis

Kurz vor drei beenden wir den Rundgang und fahren ins Zentrum von Fort Davis, wo uns gestern schon einige ganz urige Westerngebäude aufgefallen sind. Wie schön, eines davon ist Kneipe/Kaffee/Souvenir-/Süßkramshop. Es gibt eine Karte für Breakfast, Lunch und Dinner, zu unserer Zeit passt die Lunchkarte. Hier werden wir was finden.

 

Urig eingerichtet, am Eingang: „Please be seated“ interpretieren wir so, dass wir – wie üblich - irgendwo hingesetzt werden. Falsch gedacht.

 

Fort Davis
Fort Davis

Aber das Essen ist unerwartet super lecker. Gerlinde bestellt Pattie irgendwas, Hans ein Hamburger Steak mit Pilzen, Zwiebeln und Pommes. Was kam war einfach toll: knusprig getoastetes Brot, dazwischen ein dicker, saftiger Hamburger Klops, Käse und eine Menge angebratene Zwiebeln. Dazu gab‘s Salzgurke und Chips. Richtig lecker! Toller Hamburger ohne Gummibrötchen. Hans als bekennender Mc-xyz-Hasser war überrascht, wie gut ihm sein Hack-Klotz geschmeckt hat. Nachtisch ging gar nicht mehr, nur zum Mitnehmen zwei kleine Stückchen Fudge. Gesättigt hat dieses Nachmittagsessen bis zum nächsten Tag…

 

Noch ein wenig hin und her schlendern auf der Hauptstraße. Nein, in dem Laden, neben dem „baked goods“ steht, gibt’s eher Kochbücher und Geschenkartikel und die Pastries nur vormittags nebenan. Ach so.

 

Mini-Forumstreffen

Wir halten unterwegs schon Ausschau nach dem heute nun endgültig zu erwartenden weiteren Roadbear und treten den Rückweg zum Campground an. Kurz nach der Einfahrt sieht man von Ferne unsere Site. Da hat sich doch jemand ganz nah zu uns gestellt.

Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park

Wir biegen um die erste Ecke und werden von einem fröhlich freudig winkenden Sonnenhut gestoppt. Alles klar. Keine Frage. Das müssen sie sein, unsere Mit-Sternegucker! Hans stoppt mitten auf der Straße, wir springen raus und die Freude ist groß. Es gibt sie wirklich, sie sind es und wir freuen uns sehr, sie zu sehen.

 

Die beiden sind auf dem Weg zum Shop am Visitor Center. Wir fahren zum Platz, wo tatsächlich auf dem Nachbarplatz ihr Roadbear festgemacht hat. Wie ist das denn möglich? Wir hatten unseren Roadbear doch mit und nur Stühle (nichtmal die von Roadbear geliehenen, sondern andere gekaufte) und die gelben Levell-Klötze liegen lassen. Die Klötze schon auch als Erkennungszeichen, wenn man es deuten will. Und genau die waren es dann auch, die die beiden veranlasst haben zu beschließen, dass wir diesen Platz haben müssen. Perfektes Gedanken-Zusammenspiel!

Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park

Wirklich wieder toll, jemand mit so gleichen Urlaubsinteressen nach ein paar wenigen Mails nun auch persönlich kennen zu lernen. Erst natürlich gegenseitige WoMo-Besichtigung. Sie haben den 28er, den wir gerne bekommen hätten. Wir haben den 26er, den sie wohl beim nächsten Mal buchen werden. Wir klönen vor dem Wagen, während drinnen ihr Abendessen brutzelt. Auch nach dem Essen dann noch weiter. Eine Menge gibt es zu fragen und zu erzählen.

 

Unser WoMo ist kleiner, außerdem haben sie so sensationell gut unter dem Baum eingeparkt und alles angeschlossen, dass klar ist, dass wir zur Starparty gemeinsam mit unserem fahren.

 

Aufbruch um 8.15 p.m., umgezogen mit langen Hosen, langen Ärmeln, Weste, Jacke. Es wird sicher ziemlich kalt. Die Frauen sitzen am Tisch hinten und erzählen, als würde man sich schon lange kennen. Die Fahrt vergeht viel zu schnell.

Landschaft am McDonald Observatorium
Landschaft am McDonald Observatorium

Am Visitor Center angekommen warten schon eine Menge Leute auf die Veranstaltung. Wir sind ca. eine halbe Stunde zu früh und schauen uns in aller Ausführlichkeit den Laden an. Da gäbe es einiges, das sich als Souvenir ganz gut machen würde. Aber langsam haben wir Sorgen wegen unserer Koffer-Kapazitäten.

 

Um 9.15 gehen die inzwischen sicher gut 100 Personen einen kurzen Weg draußen zu im Dreiviertelkreis unter freiem Himmel angeordneten Sitzsteinen und der Vortrag beginnt.

 

Was für ein unglaubliches Glück. Die dünnen Schleierwolken, die während des ganzen Tages am Himmel zu sehen waren, sind vollständig verschwunden. Wir haben völlig freie Sicht und glücklicherweise einen Mond, der nach Neumond erst knapp gefüllt ist. Trotzdem erhellt diese schmale Sichel Himmel und Umgebung so, wie es bei uns nur bei Vollmond zu sehen ist.

 

Ein sehr interessant erzählender und viele Witzchen (wir verstehen vieles nicht, die anderen lachen) machender Vortragender klärt auf über die am Himmel immer deutlicher sichtbaren Sternbilder. Mit einem Laserpointer scheint er die Sterne, zu denen er erzählt, im All zu treffen. Unglaublich. Hochinteressant, welche Beziehungen die Sterne aus einzelnen Sternbildern zueinander haben und wie man sich von einem zum anderen hangeln kann.

 

Im Anschluss an den Vortrag stehen mehrere Teleskope zum Durchgucken bereit. Ein großes ist auf den Mond gerichtet, ein kleines ebenfalls, aber auf den Teil, der bei Neumond von der Erde aus mit bloßem Auge dunkel erscheint. Dieses Bild ist für uns das klarste und beeindruckendste von allen. Weitere Teleskope sind auf Saturn (toll, die Ringe zu sehen!), Jupiter und auf zwei Galaxien oder Sternenhaufen M Nr. irgendwas und M Nr. nochwas. Aber da ist den Laien wie uns nicht klar, was da eigentlich zu sehen sein soll. Es sieht aus, wie mit bloßem Auge gegen den Nachthimmel ein paar Sterne aussehen.

 

Zum Abschluss im Visitor Center noch ein kurzer Film und dann die Ausstellung angesehen und auf dem Parkplatz sehen wir, dass wir schon fast zu den letzten gehören, die das Gelände verlassen. Zu Anfang wurde schon darum gebeten, auf einem ganz bestimmten, dem Vortragsbereich und den Teleskopen abgewandten Weg den Parkplatz zu verlassen, um nicht ständig Scheinwerferlicht hineingemischt zu bekommen. Auch wir finden diesen Ausgang und Hans fährt alle wieder hinunter auf den Campground.

 

Und jetzt kommt der gemütliche Teil des Abends. Mit Weißwein und Rotwein vergeht die Zeit im Fluge. Wir merken gar nicht, wie spät es wird. Erst um 2 Uhr lösen wir unter kleines Kennenlern-Treffen auf und fallen in die Betten.

  Temperatur     8:00 Uhr 12°C  
  WoMo          
    gefahren heute G 0 km H 95 km 95 km  
    gefahren gesamt G 2456 km H 2066 km 4522 km  
  Übernachtung          
    Davis Mountains State Park, Site 47, Fort Davis, TX    32 $