Tag 33 - WoMo 28     293 km     Mittwoch, 17. April 2013


Davis Mountains - Brantley Lake State Park

Davis Mountains - Balmorhea State Park - Pecos - Orla - Carlsbad - Brantley Lake State Park

Fröhlicher Morgen nach dem Bunten Abend

Trotz der langen Nacht sind wir um 9 Uhr schon alle wach und auf und hocken uns noch einmal draußen in der Sonne zusammen, um zu fotografieren und die weiteren Reisepläne zu besprechen.

Gegen 10 Uhr ist nach hintereinander Dumpen dann gemeinsamer Aufbruch. Die beiden steuern direkt die Carlsbad Caverns an.

Davis Mountains State Park
Davis Mountains State Park

Wir haben auf dem Tagesprogramm nur den 60 Meilen entfernten Balmorhea State Park. Im Vorfeld hatten wir schon damit geliebäugelt, dort nur eine Pause zu machen und dann weiter in die Guadalupe Mountains, zum nächsten Ziel zu fahren, aber der Wetterbericht sowohl im Internet als auch im Radio läuft immer mehr darauf hinaus, dass heute der Tag mit extrem starkem Wind, insbesondere in den Guadalupe Mountains ist. Hier sind "damaging" Böen mit 60 mph vorausgesagt, in der Ebene deutlich weniger. Die Mountains sind damit für uns out.


Wir starten in Richtung Balmorhea und sind mal wieder verblüfft, was wir unterwegs zu sehen bekommen. Interessanteste Felsformationen und wieder eine sensationelle Landschaft!

nach Norden auf der TX-17
nach Norden auf der TX-17

nach Norden auf der TX-17
nach Norden auf der TX-17

Balmorhea State Park

Aber den Balmorhea State Park haben wir auf der wunderschönen (!!!) Strecke dorthin doch so schnell erreicht, dass wir eigentlich keine Lust haben, schon wieder anzudocken. Was tun? Erst mal den State Park in Ruhe angucken, um das Wasserbecken spazieren, das wirklich beeindruckend ist.

Balmorhea State Park
Balmorhea State Park

Schönes, klares, kühles Wasser, viele kleine Fische und viele große Taucher einer Tauchkursgruppe tummeln sich darin. Eigentlich alles sehr schön.

Balmorhea State Park
Balmorhea State Park

 

Auch an dem zugehörigen Campground haben wir eigentlich wenig auszusetzen.

Balmorhea State Park
Balmorhea State Park

Aber es treibt uns nach einer gemütlichen Frühstückspause dann doch weiter.

 

Wenn nicht in die Berge, wohin denn dann heute? Wir nehmen die östliche Strecke über Pecos nach Carlsbad mit Tagesziel Brantley Lake State Park. Dort in der Ebene wollen wir den Sturm aussitzen.

 

Aber auch beim Fahren in der Ebene hat Hans schon zu kämpfen. Nach Balmorhea verändert sich die Landschaft von den netten Wald- und Felshügeln zu der weiten Ebene, die wir schon von Roswell kennen.

Weite Ebene und Starkwind

weiter auf der TX-17 Richtung Pecos
weiter auf der TX-17 Richtung Pecos

Es gibt hier schon auch was zu sehen...


Viele LKWs, viel Staub, Abbau von ???, Transport, Behälter, keine wirklich ansprechende Umgebung. Die Orte die kommen, auch Pecos, müssen nicht wirklich im Reiseprogramm sein. Das geflügelte Wort bei uns: wie in Amarillo. Was soviel heißt, wie ungepflegt, Verfall, Schrottplätze ohne Ende.

Pecos
Pecos

 

Nach Pecos keine Änderung, jedoch irgendwann wird der Wind wirklich böig und das Fahren anstrengend. Hans hält das Steuer mit beiden Händen fest und wagt kaum, mit einer Hand etwas zu Essen festzuhalten.


Der Wind erfordert vollste Konzentration. Sonst wäre es hier vielleicht auch ein bisschen langweilig.

auf der US-285 von Pecos nach Carlsbad
auf der US-285 von Pecos nach Carlsbad

Die Grenze zu New Mexico. Wir verlassen Texas nach 20 Tagen. Wir kommen gerne wieder! Schon bald!

New Mexico State Line, auf der US-285 von Pecos nach Carlsbad
New Mexico State Line, auf der US-285 von Pecos nach Carlsbad

Ein paar km vor Carlsbad gibt es endlich wieder Datennetz. Natürlich wieder der Austausch mit daheim, was es so neues gibt. Da Whats App funktioniert, nicht aber das Aufrufen einer Internetseite, erfahren wir von dem schrecklichen Anschlag auf den Boston-Marathon und merken, welch abgeschiedenes Camperleben wir führen, wenn nicht mal solche Nachrichten zu uns durchdringen. Aber eigentlich ist es doch das, was wir wollen. Manchmal ganz abtauchen!

An ihren ??? wirst du die Deutschen erkennen!

Walmart kommt in Sicht. Mal wieder dort einkaufen und vor allem den Sprudel auffüllen.

 

Beim Aussteigen auf dem Parkplatz weht es uns einigermaßen durch.

 

Hans dauern die Einkäufe wieder viel zu lang. Gerlinde findet viele verschiedene Geschmacksrichtungen von dem ausgesprochen leckeren Idaho-Kartoffelpüree-Pulver. Und alle sind glutenfrei. Ein Mitbringsel für daheim!

 

Im Walmart werden wir von einer netten Mitarbeiterin angesprochen, ob sie helfen könne. Nein danke, wir schauen nur herum. Wo wir herkämen, ah, Deutschland. Das habe sie sich gleich gedacht, geht es dann auf deutsch weiter. Warum? Ja, die Schuhe - Birkenstock. Ok, daran sind wir also als Deutsche zu identifizieren. Echt interessant!

 

Und dann kam sie ins Erzählen. Schweinfurterin, seit mehr als 20 Jahren in Carlsbad, mit Armee-Amerikaner verheiratet, hat noch kleine Wohnung in Schweinfurt, wohnt aber hier außerhalb in schönem Haus mit Pool, Mann ist fast deutscher als sie, will unbedingt nach Pensionierung in Deutschland leben, reisen den ganzen Mai wieder heim usw. usw. Das war wirklich alles interessant und ungewöhnlich, beim Einkaufen so viel Lebensgeschichte erzählt zu bekommen. Es fiel fast schwer, sich wieder zu trennen.

Windgeschüttelt im Brantley Lake State Park

Letzte Etappe. Inzwischen bei andauerndem Starkwind geht es zum Brantley Lake State Park.

Pecos River am Brantley Lake State Park
Pecos River am Brantley Lake State Park

Nein, heute kommt es nicht auf die tolle Aussicht und den Platz am Rand, sondern darauf an,

a) möglichst geschützt und

b) möglichst mit der kurzen Seite im Wind

zu stehen. Platz 40 ist zwar am Rand, aber etwas geschützt von einem Hügel, seitlich eine Mauer und im Heck, wo der Wind herkommt, ein Baum. Wo ist es windstiller? Man kann das nicht beurteilen. Wir bleiben hier.

Brantley Lake State Park
Brantley Lake State Park

Zuerst könnte man sich vorstellen, auch im Wind noch draußen zu sitzen, aber das wird ganz schnell revidiert. Es ist unmöglich. Und jetzt zieht sich der Himmel auch noch zu. Das sind keine normalen Wolken. Es wird düster und trüb, als wollte es anfangen zu regnen. Anscheinend ist so viel Staub in der Luft, dass einem die Sicht genommen wird und die Sonne hinter einem dicken Schleier verschwindet. Das ist alles nicht geheuer und sehr anstrengend. Kurzes Nickerchen, einmal ausgestreckt. Beim Aufstehen aber keine Veränderung.

Es ist bullenheiß, der Wind weht unglaublich stark, das Auto wackelt. Wieder mal die Klimaanlage anmachen, denn den Staub durch das Auto pusten lassen, wollen wir auch nicht. Lieber alle Schoten dicht machen, um nicht wieder bzw. noch mehr Dreck in die Fotoapparate zu bekommen.

Brantley Lake State Park
Brantley Lake State Park

Es weht immer weiter, auch als wir uns zum Schlafen hinlegen. Aber irgendwann nach Mitternacht hört es auf. Und am Morgen ist es bewölkt und ziemlich kalt im WoMo. So kalt, dass wir vor dem Duschen die Heizung an und die Badtür aufmachen. Was für Kontraste. Was für ein Wetter. Wetter halt.

  Temperatur     8:30 Uhr 17°C  
  WoMo          
    gefahren heute G 0 km H 293 km 293 km  
    gefahren gesamt G 2456 km H 2359 km 4815 km  
  Übernachtung          
    Brantley Lake State Park, Site 40, Carlsbad, NM 14 $