Idee und Planung


Überführung Roadbear

Schon länger reizte uns der Gedanke, ein fabrikneues Wohnmobil quer durch die USA von Ost nach West zu überführen. Insbesondere nachdem wir nun schon ein älteres Modell von Las Vegas zum Verkauf nach Nashville gefahren hatten.

 

Von Middlebury in Indiana, wo Roadbear seine Autos kauft, bis nach Las Vegas sind es auf kürzestem Weg schon 3000 Kilometer. Wir wollten auf jeden Fall den Big Bend Nationalpark in die Route einbauen. So kamen wir bereits auf 4500 km. Deshalb entschieden wir uns für eine sechswöchige Reise, bei der wieder einmal der Weg das Ziel sein sollte.

 

Damit ist gemeint, dass wir nicht so schnell wie möglich in den Südwesten der USA fahren, sondern auch die vielen kleinen Sehenswürdigkeiten am Weg genießen wollten. Interstates wollten wir wieder so weit wie möglich vermeiden, stattdessen sollte es auf kleineren Nebenstraßen über Land gehen.

 

Unsere detaillierte Planung mit Streets & Trips belief sich für die Strecke mit dem Wohnmobil auf 6937 km. Tatsächlich gefahren sind wir dann 7400 km.

 

Gebucht haben wir das Wohnmobil Anfang Juli 2012 bei Transamerika und die Flüge über noch vorhandene Lufthansa-Meilen. Wir bekamen einen Direktflug von Frankfurt nach Chicago und den Rückflug von Las Vegas mit Umsteigen in San Francisco.

 

Wir durften Chicago 2010 vulkanbedingt bereits kennenlernen. Deshalb stand von vornherein fest, dass wir Chicago keinesfalls links liegen lassen würden. Also buchten wir drei Nächte in der Stadt, genug Zeit für die Besichtigung und das Erleben des am St. Patrick's Day grün gefärbten Chicago-Rivers.

 

Zudem stellten wir fest, dass Middlebury mitten im Land der Amish liegt, über die wir wenig wussten. Wir fanden im Internet ein Angebot für Bed and Breakfast in Middlebury, zu dem auch ein Abendessen bei einer Amish-Familie gehörte. Das gefiel uns so gut, dass wir noch zwei Nächte in Middlebury vor der Übernahme des Wohnmobils dazu buchten. 

Planung gelb, gefahren rot und blau
Planung gelb, gefahren rot und blau

Die Planung der Wohnmobil-Reise hangelte sich dann an schönen Strecken, Orten und Übernachtungsplätzen entlang. Private Campgrounds sollten nur im Notfall dabei sein, da vor allem State Parks für uns meist das viel schönere Natur-Camping-Erlebnis bieten und gleichzeitig die zumindest am Anfang der Reise erforderliche Stromversorgung sicherstellen. So entstand eine ausgedehnte Route mit vielen kleinen Highlights. 

 

Unsere Streckenplanung haben wir während der Vorbereitung oft geändert und verfeinert. Die längste Variante, die wir später verworfen haben, sah eine Südschleife bis nach Corpus Christi vor. Letztlich endete unsere detaillierte Planung in Las Cruces (1100 km oder zwei stramme Fahrtage vor der Abgabe in Las Vegas) mit neun oder zehn freien Tagen, die wir entweder vorher einbauen oder für den Südwesten einsetzen konnten.

 

Ein Unsicherheitsfaktor war natürlich das Wetter. In Chicago kann es im März schön warm oder auch bitter kalt sein. Und es kann innerhalb weniger Stunden wechseln. Also waren wir darauf gefasst, vor allem am Anfang der Reise unsere Route an die aktuelle Wetterlage anzupassen. Tatsächlich fielen dann auch einige Ziele einem späten Wintereinbruch zum Opfer. Sorge hatten wir aber auch wegen der möglichen Hitze am Ende. Im Mai kann es für uns in Las Vegas und Umgebung schon deutlich zu heiß sein.

 

Aber so weit waren wir noch nicht. Es war erst März, und es lag Schnee in Deutschland.