Vor der Reise


Idee

Irgendwann im Sommer 2012 entstand die Idee mit dem Nordwesten. Für uns ein riesiger weißer Fleck der USA-Erfahrungskarte. Winterspecials oder bekannte Überführungsdaten erscheinen zu früh für diese nördlichen Gebiete. Der Frühling ist schon verplant und in der Hauptferienzeit wollen wir nicht. Viel zu teuer. Also Herbst? Kann man im Herbst den Nordwesten noch bereisen? Wo müsste es losgehen? Bis wann müsste man wo gewesen sein, um einigermaßen sicher vor Dauerregen oder ausdauernden Schneefällen zu sein? Das Gebiet, das wir kennenlernen wollen, ist so riesig, dafür braucht es eine Menge Zeit. Aber je mehr Zeit wir uns nehmen, desto mehr wird der Herbst zum Winter. Wo also sollte man am Ende der Reise sein, um nicht in Kälte und Schnee zu versinken?

 

Erste Idee ist, im Norden, in Seattle, zu starten. Beginn mit dem Olympic NP, dann im Norden bleiben über den North Cascades NP und dann südlich der kanadischen Grenze bis zum Glacier NP und von dort nach Süden zum Yellowstone NP. Den Grand Teton NP und dann westwärts durch Idaho und Oregon mit dessen Küste, dann den Kalifornischen Norden und Abgabe in San Francisco. Bei dieser Route hätten wir ziemlich viel zick zack fahren müssen, um zum Beispiel Küste und Lassen NP oder den Crater Lake in die One Way Strecke einzubinden. Dazu kommt, dass ein Start in Seattle oder in Denver (was mit direktem Ansteuern von Yellowstone auch in Frage gekommen wäre) im gleichen Reisezeitraum bei gleicher Reisedauer ziemlich genau tausend Euro mehr gekostet hätte als ein Start in San Francisco. Warum also nicht eine Runde ab und bis San Francisco fahren? Wir kennen Nordkalifornien ja auch noch nicht. Ja, warum eigentlich nicht.

 

So könnte man eine Runde gegen den Uhrzeigersinn planen mit den kritischen Bergregionen (Lassen/Crater/Yellowstone/Glacier/North Cascades) in der ersten Reisehälfte und der ganz sicher schneefreien Küste am Ende der Reise. Das wäre dann Oktober. Im Oktober an die sowieso für ihren Dunst und Nebel bekannte Oregon Coast? Wir verlassen uns auf die Insiderinformationen, die wir auf den letzten Reisen gesammelt haben und die allesamt darauf hinaus liefen, dass es kaum eine bessere und nebelsicherere Zeit dort gibt als den Oktober. Insider seien im Oktober dort. Die Crowds seien weg und das Wetter stabil. Ok, dass wir tatsächlich über eine Woche lang an der Küste keine Wolke und kein bisschen Nebel gesehen haben, hat uns dann doch verblüfft und jeden Tag aufs Neue in Hochstimmung versetzt.

 

Das Ausklamüsern und Abwägen, wie viele der teuren Tage im August wir dazunehmen müssen, um die Runde einigermaßen entspannt fahren zu können und uns die November-Winterstürme an der Küste zu ersparen, nimmt einige Zeit in Anspruch. Dann ist es so weit.

 

Abenteuer WoMo-Buchung

Erste Anfrage ein gutes Jahr vor dem geplanten Start. Gebucht werden sollen 10 WoMo-Wochen: 22. August bis 31. Oktober. Preisvergleiche ergeben, dass sich die bekannten Anbieter quasi nichts tun. Einzig ein 6%-Vorteil ist zu erzielen, wenn man über die Seite eines kleinen Internetanbieters eine FTI-Buchung tätigt, ohne Beratung in Anspruch zu nehmen. Auf diese Beratung können wir aus früherer Erfahrung ohnehin gerne verzichten und eine Buchung online ausfüllen ist kein Problem. Kontrolle. Screenshot. Abschicken. Automatisierte Buchungseingangsbestätigung kommt. Daten korrekt.

 

  • Dass dann die Buchungsbestätigung das Wohnmobil vom 12. Juli bis 06. August bestätigt,
  • dass auf Reklamation "der Mitarbeiter da leider noch Defizite" hat,
  • dass die 6% nicht, wie schriftlich fixiert, 2-3 Wochen vor Abreise sondern erst deutlich später und nach Aufforderung erstattet werden,
  • dass immer wieder eingestreut wird, wie überaus gering der Verdienst des WoMo-Vermittlers ist,
  • dass wir am 26.8., unserem 4. WoMo-Tag (von 70) von diesem Vertragspartner eine "Welcome Back" Mail (wohlverdiente Reise sei nun zu Ende, bittet um ein Feedback zur Veröffentlichung auf seiner Homepage…) eintrifft

ist das alles wirklich lustig? Naja, unser Feedback haben wir auf dieser Homepage vergeblich gesucht…

 

Was lernen wir daraus? Abenteuer soll zukünftig ausschließlich die Reise, nicht die Buchung sein. Da unsere Erfahrung mit den größeren Anbietern (Camperbörse, Transamerika) bisher durchweg positiv war (sogar komplizierte voneinander abhängige Buchungen bei unserem Doppelwinterspecial haben dort schnell und absolut reibungslos geklappt), werden wir zukünftig sicherlich nur noch dort buchen. Und die miesepetrige Jammerei über die geringen Verdienstmargen des kleinen Büros ersparen wir uns damit auch.

 

Trotzdem war es interessant zu recherchieren und herauszufinden, dass die zunächst bestätigten drei falschen Wochen im Juli tatsächlich nahezu preisgleich waren wie eine Ende August beginnende 10-Wochen-Miete. Wahnsinn! Arme Sommerferienfahrer!

 

Buchung Flüge und Hotel

Die Buchung der Flüge ist einfach. Nur diesmal noch reichen die vorpensionär gesammelten Meilen für einen direkten und komfortablen Hin- und Rückflug mit LH. 

 

Fehlt nur noch das Hotel für die erste Nacht in San Francisco. Ein Hotel zwischen Abgabe des WoMos und Rückflug brauchen wir diesmal nicht. Zum ersten Mal fliegen wir am Abgabetag nach Hause.

 

In der ersten Nacht wollen wir lieber in der Stadt wohnen als im abgelegenen Flughafenhotel. Moturis holt in San Francisco früh morgens am Flughafenhotel ab, aber mittags auch in der Innenstadt von einigen wenigen günstig nahe der Market Street gelegenen Stadthotels. Mit einem dieser ausgewiesenen Abholhotels hatten wir schon mal bei relativ hohem Preis weniger gute Erfahrungen gemacht, deshalb suchen wir auf eigene Faust eines in nächster Nähe. Die Wahl fällt auf das günstige Super8 Union Square. Von hier müssen wir nur ein paar Meter um die Ecke zum mehr als doppelt so teuren Mark Twain, einem neuen in der Liste der Abholhotels. Und wir haben sowohl am Ankunftstag als auch am folgenden Vormittag noch Zeit, zu Fuß in der Stadt herumzuschlendern. Auch die T-Mobile SIM-Karte will wieder auf der Market Street besorgt werden.

 

Gebucht wird diesmal beim Hotel direkt. 80 Dollar plus Tax für das Zimmer erscheint uns für die Innenstadt von San Francisco ein sehr vernünftiger Preis.

 

Damit sind alle zwingenden Buchungen erledigt. Die Routenplanung kann beginnen.

 

Routenplanung

Alles ist Neuland. Man liest und liest und liest. Irgendwann werfen wir alles durcheinander. Was in welchen Bundesstaat gehört, was wo nach angesteuert wird, was überhaupt in die Planung aufgenommen werden soll.

 

Hier hilft wie immer Streets&Trips von Microsoft. Alle Punkte, die möglicherweise entlang der Route liegen, werden aufgenommen und gespeichert. Hier kann man auch die Übernachtungsplätze eingeben und das Programm veranlassen, die Route danach bitte mit einem neuen Tag zu beginnen. So haben wir uns durchgeackert durch die Runde so ungefähr bis wir bei Seattle von Osten kommend wieder auf die Küste treffen. Ein bisschen Seattle und Olympic Nationalpark noch, dann verließ uns die Planungskraft. Aber hier wussten wir von Karin, dass uns der Mile by Mile Führer ohne große Vorbereitung gut an der Oregon Coast entlangleiten würde. Hat sich wirklich bestätigt! Danke Karin!

 

letzter Planungsstand vor Abfahrt

Klar, dass der obige Planungskringel Maximalausdehnung ist.  Man sieht, dass bei vernünftigen Tagesetappen und ganz wenigen vorab schon geplanten Doppelübernachtungen

1.) nur 6 Tage zur freien Verfügung bleiben und

2.) insgesamt 8864 km zu fahren sind

 

Was? 127 km pro Miettag? Und das nicht drei sondern ganze zehn Wochen lang? Täglich? Das ist viel zu viel. Stress pur. So kann das nichts werden…

 

Aber wir haben ja eine Menge Streichpotenzial. Insbesondere alles, was sich um Seattle herum inklusive Olympischer Halbinsel abspielt, steht, wenn uns alles zu viel wird, zur Disposition für eine weitere Reise.

 

Es kommt immer anders als man denkt. Umgeplant haben wir schon unterwegs. Aber gestrichen?

 

Nö.