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Fazit

2014 Frühling   -   Chicago - Savannah - New York

Reisezeit und Wetter

Wer sich für eine Überführung entscheidet, hat bei der Reisezeit nicht mehr viel Auswahl. Es war uns von vornherein bewusst, dass es vor allem am Anfang kalt sein könnte und wir dann nach Süden ausweichen müssten.

Der Winter 2014 war in den USA sogar extrem kalt, aber davon haben wir Ende März nicht mehr viel mitbekommen. Einmal Schnee in Asheville, trotzdem überall freie Straßen und Temperaturen nur selten unter null Grad. Und solange uns nicht die Leitungen einfrieren, kommen wir mit kühlen Temperaturen besser zurecht als mit großer Hitze.

Aprilwetter im April ist nicht ungewöhnlich. Oft wechselten ständig Sonnen- und Regentage. Die lange Reisedauer von sechs Wochen ließ uns aber die Freiheit, auch mal schlechtes Wetter auszusitzen, um einen Tag später die landschaftlich schönen Strecken bei Sonne zu erleben.

 

Closed for the Season

... immer wieder und wieder zu lesen, war sehr deprimierend. Warum war das in der Planung nicht aufgefallen oder recherchiert worden? An so vielen Orten waren wir einfach zu früh dran. Hätte man sicher vorher rausfinden können, wenn wir drauf geachtet hätten.

Die Route

Mit den Eckpunkten Chicago, Savannah und New York stand der grobe Rahmen fest. Tatsächlich sind wir bis Savannah genau der geplanten Strecke gefolgt, wenngleich mit Abweichungen gegenüber dem Zeitplan.

Ein Höhepunkt der Reise war die Südstaatenarchitektur am Antebellum Trail, in Savannah, Beaufort und Charleston.

Wir hatten daran gedacht, einen großen Teil der nicht verplanten Tage am Meer zu verbringen. Grand Strand erinnerte uns aber zu sehr an Rimini oder Benidorm. Auf den Outer Banks fanden wir nur einen geöffneten Campingplatz, den Frisco Woods, der uns wirklich gut gefiel. Alle Nationalparkplätze waren noch zu, und der KOA in Rodanthe war nicht unser Ding.

Nach den Outer Banks haben wir die Route komplett geändert.

Geplant waren die Städte Hampton, Yorktown, Jamestown, Williamsburg und Richmond. Alles gestrichen.

Warum?

Genervt von Kulturlandschaften und Orten, die im Prinzip sehr einladend und interessant sind, nicht aber für RV-Reisende. Hier müsste man einen PKW haben. Hatten wir aber nicht. Und auch keine Lust, einen zu mieten und den Rest der Strecke mit zwei Autos zu fahren.

Was also stattdessen tun?

Wir haben uns entschieden, die campginggemäßen State Parks Richtung Westen abzuklappern und dann RV-gemäß zurück zur Natur den Blue Ridge Parkway und im Anschluss den Skyline Drive zu fahren. Weg von Orten, Ackerbau, Kreuzungen. Weg von der Zivilisation. Das hat gut getan. Aber auch hier haben wir uns die Frage gestellt: was macht man mit dem RV, wenn hier viel los ist? Bei uns war kaum ein Parkplatz besetzt. Aber an wie vielen der schönen Aussichtpunkte muss man hier in der Hauptsaison vorbeifahren, weil es keine RV-Parkplätze gibt?

Ab Charlottesville waren wir dann wieder auf der geplanten Strecke. Wir haben es nicht fertiggebracht, auch Washington und Philadelphia links liegen zu lassen. Und beide Städte haben uns auch wirklich sehr gut gefallen! Wir möchten gerne wiederkommen, aber nicht mit dem Wohnmobil. Ein Hotel in der Stadt, abends durch die Straßen bummeln, schön essen gehen statt Camping. Baltimore und Princeton haben wir dann dieser Reiseidee zugeordnet und es uns erspart, dort mit dem Camper hinzufahren.

So waren wir froh, dass wir New York von vornherein nach der Abgabe des Wohnmobils eingeplant haben. Unser Apartment hat uns sehr gut gefallen,  besser als alle Hotels, die wir bisher gebucht hatten.

Insgesamt empfanden wir diesen Teil der USA als ungeeignet für eine Wohnmobilreise. Außerhalb der Campingplätze gibt es nicht die RV-Infrastruktur - oder wir haben sie nicht gefunden. Das ist im Südwesten und auch im Nordwesten anders. Es gibt aber diese wunderbaren Städte, für deren Besuch das Wohnmobil eher hinderlich ist.

Das Wohnmobil

10,16 m oder 33,3 Fuß über alles. Das ist schon was. Wir waren erfreut und erschrocken zugleich. Im Lauf der Reise war die Länge des Wagens aber immer wieder hinderlich.

Einen echten Nutzen im Vergleich zu kleineren Fahrzeugen bot nur das recht großzügige Bad. Es ist sowohl vom Flur als auch vom Schlafzimmer aus begehbar. Allerdings wird dadurch auch viel Raum durch einen langen Flur an der WoMo-Außenseite verschenkt. Vielleicht hilft dieser Grundriss bei Nutzung des WoMos durch mehrere Personen. Man kann das Bad benutzen, ohne die Bewohner des Schlafzimmer zu stören. Wir haben die Qualität des Grundrisses nicht ganz verstanden. Uns wurde aber auch gesagt, dass dieses Modell ein Sondermodell ist, ausgerichtet auf anscheinend bereits vorhandene Käufer.


Natürlich gibt es bei dieser Größe Stauraum ohne Ende. Im Bad, im Schlafzimmer, im Flur und in der Küche. Damit im Schrank im Bad nicht ständig der ganze Kleinkram durcheinanderrasselt, haben sich die abgeschnittenen Sprudelflaschen bewährt.


Ob dieses offene Regal wirklich für Schuhe gedacht ist? Sie haben reingepasst. Und für den Müll haben wir auch hier keine bessere Lösung als die Tüte am Ikea-Haken gefunden.


Technisch war alles in Ordnung. Bis auf den ausgelaufenen Frischwassertank am Anfang. Klar, dass man von Road Bear ein Fahrzeug bekommt, auf das man sich verlassen kann. Deshalb gilt für uns: "Immer wieder gerne"  - zum Beispiel im nächsten Frühjahr zum Doppelwinterspecial!

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