USA - diagonal    -    von Seattle nach Key West

03 NORTH DAKOTA

Herbst/Winter 2015

13. bis 18. 09. 2015


3. NORTH DAKOTA  

6 Tage 

700 km 

117 km/Tag 

 13 Mo 14.09. Fort Union Trading Post National Historic Site   219 km 
    Missouri - Yellowstone - Confluence    
    Fort Buford State Historic Site    
    Lewis and Clark SP
   
14 Di 15.09. Nördlichster Wendepunkt im Nebel   237 km 
    Missouribrücke New Town - 40 km Großbaustelle im Nebel    
    *Theodore Roosevelt Nationalpark    
    Theodore Roosevelt NP North Unit
   
         Scenic Route    
15 Mi 16.09.      *Caprock Coulee Trail    6 km 
         Buckhorn Trail zur Prairie Dog City    
         Little Mo Trail    
    Theodore Roosevelt NP, North Unit, Juniper CG  

 

16 Do 17.09. Painted Canyon Visitor Center (I-94)
   175 km 
    Theodore Roosevelt NP South Unit    
         Scenic Loop Drive    
         Wind Canyon Trail    
         Buck Hill Trail    
17 Fr 18.09.

Medora

  23 km 
   

     Chateau de Mores

   
   

     Stadtrundgang

   
   

     *Dinner im Theodore's (Rough Riders Hotel)

   
 18 Sa 19.09.      Scenic Drive   40 km 
         Ridgeline Trail    
         Boicourt Trail    
         *Jones Creek Trail    
    Theodore Roosevelt NP, South Unit, Cottonwood CG    

INFO - Reiseführer Nord Dakota

Wo gibt es einen Reiseführer über Nord Dakota? Gut, ein kleines Kapitel hier und da in Reiseführern, die ganze Regionen abdecken. Nicht wirklich geeignet zu genauer Planung.

 

Erstaunlicherweise flattert einem ein gut hundertfünfzigseitiges informatives Heft ins Haus. Kostenlos bestellbar auf http://www.ndtourism.com/visitor-information-order-form, bebildert und natürlich mit viel Werbung - die aber auch nützlich sein kann, z.B. um ein besonderes Restaurant auszusuchen. Entsprechende Hefte der Tourism-Boards habe ich 2014/15 in der Planungsphase auch von anderen Staaten erbeten und freundlicherweise je nach Anforderung auch mit Prospekten und Straßenkarten ebenfalls kostenlos nach Deutschland geschickt bekommen.

 

Aber auch online lässt sich viel Material zu North Dakota sichten - z.B. zu den State Parks oder hier die Broschüre über die Scenic Byways in Nord Dakota.

 

immer am Rand entlang?  North Dakota war auch mal anders geplant

Da ich unbedingt wegen des Roundups pünktlich in den Black Hills sein wollte, sind wir in Nord Dakota entgegen der ursprünglichen Idee am westlichen Rand geblieben. So ist alles östlich von New Town dem Roundup zum Opfer gefallen. Hier wären wir gerne einen größeren Bogen ins „Landesinnere“ gefahren. Sogar so kleine Umwege wie den Enchanted Highway zwischen Gladstone und Regent mit den am Straßenrand aufgereihten ins unermessliche überdimensionierten Figuren (Ich liebe solche witzigen Outdoor-Ausstellungen - beschrieben auch hier) haben wir uns verkniffen - weil wir auch den Medicine Rocks SP in Montana und das Devils Tower NM in Wyoming vor den Black Hills noch ansteuern wollten. Es war schlichtweg zu wenig Zeit für alles, was noch im Kopf herumschwirrte.

"Grasshoppers in the Field"

 

Im Nachhinein:

Definitiv ein Fehler war es, zwischen New Town und Watford City wegen des in leicht höheren Lagen sehr dichten Nebels auf der ND-23 zu bleiben, statt wie vorgesehen auf die ND-22, den Killdeer Mountain Four Bears Scenic Byway (Infos hier und hier) abzubiegen, um dann über die 73 östlich über Watford City den Roosevelt NP anzusteuern. Oder vielleicht sogar einen größeren Schlenker über den Little Missouri State Park einzubauen, sofern sich im Vorfeld die Befahrbarkeit der Piste mit dem RV hätte klären lassen.  Nur weil es neblig war vierzig Kilometer Großbaustelle gegen Scenic Byway mit doch immerhin der Chance auf ein paar schöne Landschaftsblicke (siehe Streetview weiter unten). Das sieht im Nachhinein nach Kurzschlusshandlung aus.

 

 

NORTH DAKOTA

Nach Nord Dakota fahren wir auf der MT-16/MT-200 bis zum Grenzort Fairview immer mehr oder weniger parallel zum Yellowstone River durch sanft hügelige Landschaften. Vor unserem Hauptziel in North Dakota, dem Theodore Roosevelt Nationalpark steuern wir in einem ausgedehnten Nordbogen den Missouri am Zusammenfluss mit dem Yellowstone River, Fort Union Trading Post, Fort Buford und später als ersten Übernachtungsplatz in North Dakota direkt am Missouri den Lewis and Clark State Park an.

 

Die beiden Forts und das Confluence Interpretive Center liegen dicht beieinander und sehr nah an der Grenze zu Montana.

 

Fort Union Trading Post National Historic Site

Die kurze Zufahrt zur Fort Union Trading Post NHS ist sogar wieder auf Montana-Gebiet, während das Fort selbst auf North-Dakota-Territorium liegt. Darauf weist das schlichte Schildchen am Parkplatz des Forts hin, der gerade eben wieder zu North Dakota gehört. Nicht ganz bedeutungslos, da hier auch die Zeitzonen wechseln.

Beeindruckend weiß steht es in der Landschaft, das - wie es heißt - größte Fort am Upper Missouri River, ab etwa 1830 ein wichtiger Fell- und Pelzhandelsplatz.

Die Besichtigung auch des kleinen Museums war - im Gegensatz zum Fort Bufort - hier noch möglich, der Ranger (aus Florida!) versorgt uns mit interessanten Geschichten, wir ihn mit unserer großes Erstaunen hervorrufenden Reiseplanung.

 

Missouri - Yellowstone - Confluence

Missouri-Yellowstone Confluence Interpretive Center (MYCIC). Nach dem Labour Day nur noch von Mittwoch bis Samstag geöffnet. Schlecht also, wenn man montags kommt. So wissen wir nicht, was wir hier versäumt haben. Aber der Zusammenfluss ist vom Grundstück trotzdem zu sehen. Und nicht nur der.

Beim Spazieren über die große Wiese treffen wir am östlichen Rand auf einen netten kleinen Campground direkt am Flussufer:

 

Überraschungscampingplatz am Missouri - Ufer


Vorgriff: leider haben wir nicht so viel Glück mit der Lage unserer Site im Lewis & Clark State Park, den wir für die Übernachtung vorgesehen haben.

 

Fort Buford State Historic Site

Besichtigung der Fort Buford State Historic Site? Hmm. Da habe ich wohl in der Vorbereitung geschlampt. Wo blieb die Recherche zu den Öffnungszeiten? Hier gilt jedenfalls: Nach Labour Day sind die Gebäude geschlossen, die Anlage ist aber zugänglich, und man kann durch die Fenster schauen.

noch ein Überraschungscampingplatz

Und was findet sich hier direkt nebenan? Wieder ein hübscher kleiner Campground, der sich aber bei der Planung nirgends bemerkbar gemacht hatte:

 

Confluence Center und Fort Buford jeweils mit unerwartetem Campground:

Unterwegs - 70 km zum State Park

Die Strecke zum State Park begleiten jede Menge Ölförderanlagen. Lodernde Flammen und Türme - oft so weit das Auge reicht. Viel LKW-Verkehr. Hier, im Staat mit der fast geringsten Bevölkerungsdichte der USA ist man gut beschäftigt - durch ein Ölfeld, wie z.B. der Stern berichtet, größer als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen.

Im Nationalparkheft wird auf die rasante Entwicklung der letzten Dekade verwiesen, insbesondere bezüglich der neuen Fracking-Techniken. Der Ölboom der Bakken Formation bringe zwar tausende neuer Arbeitsplätze in die Region und Nord Dakota damit die höchste Beschäftigungsrate der Staaten, habe aber unabsehbare Folgen für die Natur. Die geschützten Nationalparkgebiete des Roosevelt NP nähmen nur 1% der Fläche der Bakken Formation ein, eingekreist von allen Folgeerscheinungen des Ölbooms.

Die Straße führt nie direkt am Missouri entlang, aber ab und zu erhascht man einen Blick. Der State Park liegt am Lake Sakakawea, dem riesigen Stausee des Missouri Rivers. 

 

Lewis and Clark State Park

Keiner der vier Loops (siehe CG-Map) des Lewis and Clark State Park grenzt direkt an den Fluss. Leider gibt es wegen des vielen Grüns auch so gut wie keine Sicht auf das Wasser. Doch. Vom Parkplatz des Zeltcampingbereiches. Dort kann man mit wunderbarem Blick auf den Stausee stehen. Kann man? Könnte man. Wenn man dürfte. Darf man aber nicht. Nicht für Geld und gute Worte. Was als Parkplatz ausgewiesen ist, darf nicht zum Übernachten benutzt werden. Auch wenn niemand in irgendeiner Weise gestört werden kann, da keiner da ist. Was hatten wir über den Ursprung vieler Menschen aus North Dakota gelesen? Stand da nicht, ca. 40 % der Bewohner stammen von eingewanderten Deutschen ab? Kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Ordnung muss sein. Wir dürfen nicht auf dem Parkplatz stehen und nehmen eine weiter vom Wasser entfernte "richtige" Site. Schade. Nicht das erhoffte ultimative Missouri-Übernachtungserlebnis.

Viele Trails beginnen nahe der Einfahrt des Parks und führen nach Westen, der große Campground ist jenseits der Marina eher am östlichen Rand. Wir bleiben für einen ausgiebigen Abendspaziergang in dieser östlichen Ecke.

Abends noch wunderbares Wetter, bei Abfahrt am nächsten Morgen leider nicht mehr.

Nördlichster Wendepunkt im Nebel

Start bei "nur" trübem Wetter, aber bald schon fahren wir regelmäßig ab 800 m vom Navi angezeigter Höhe in dichter Nebelsuppe, durch die man häufig die Hand nicht vor den Augen sieht.  Über viele Kilometer immer wieder nur wenige Meter Sicht. Das ist wirklich Schade, denn viel Fahrstrecke in diesem Staat haben wir nicht, um uns unterwegs ein Bild von dieser Ecke Nord Dakotas zu machen. Und wenn von dem Wenigen so viel im Nebel verschwindet...

Und so schlechtes Wetter gerade an einem so prägnanten Punkt der Reise! Bis hierher gab es noch keine generelle Tendenz, nach Süden zu fahren. Immer wieder ging es auch nordwärts. Ab hier werden wir nicht weiter nach Norden fahren. Wir biegen endgültig ab in Richtung Süden.

Genau hier. Die Rechtskurve. Ein Wendepunkt der Reiserichtung. Bei Regen. Bei Nebel.

Missouribrücke New Town und 40 km Großbaustelle auch im Nebel

Die Straße führt etwas tiefer ins Missouri-Tal, man sieht wieder etwas. Davon haben wir uns leider verleiten lassen, auf der ND-23 zu bleiben, statt wie zuvor geplant zum Killdeer Mountain Four Bears Scenic Byway auf die ND-22 abzubiegen. Wir hatten die Befürchtung, wieder in die Höhe, die Nebelsuppe zu kommen. Was hatten wir davon? 40 km Großbaustelle - über weite Strecken Baustellenpiste wie auf dem Foto unten.

Was hätten wir haben können? Mit etwas Glück wenig Nebel und diese wunderbare Strecke:

Aber irgendwann hat auch die Baustelle und sogar das schlechte Wetter ein Ende. Wir nähern uns dem Theodore Roosevelt National Park.

noch auf der US-85, kurz vor dem Abbiegen in den Theodore Roosevelt National Park
noch auf der US-85, kurz vor dem Abbiegen in den Theodore Roosevelt National Park

zum Theodore Roosevelt Nationalpark


MONTANA

NORTH DAKOTA